Komitas

KOMITAS

Wie überlebt man einen Völkermord? Komitas Vardapet, Priester, Komponist, Musikethnologe und Sänger, galt als die »Stimme der Armenier«. Im April 1915 wurde er wie hunderte andere armenische Intellektuelle von den Jungtürken verhaftet und überlebte als einer von acht Männern die erste von vielen noch folgenden Deportationen. Doch wie überlebt man das Überleben? Komitas verbringt den Rest seines Lebens traumatisiert in psychiatrischen Anstalten Frankreichs.

Marc Sinan begleitet mit einer Performance und in seinen Kompositionen die Figur des Komitas durch ein schmerzvolles Erinnerungslabyrinth und die letzte Phase seines Lebens. Komitas singt, Komitas spricht sein Leben und ist gleichsam die Stimme des Sterbens eines ganzen Volkes. Die Greuel eines Völkermordes werden mit Komitas Schicksal, seiner Musik und der Schuld des eigenen Überlebens verwoben. Ein Albtraum zieht in Schönheit und Schrecken durch eine Figur, ein Jahrhundert und bis in die Gegenwart einer Region. Wo die Todesmärsche von 1915 enden sollten, in der syrischen Wüste bei Deir ez-Zor, werden heute abermals erbarmungslose Kriege gegen Menschen und ganze Völker geführt.

Dokufiktionale Kammermusik für Sprecher, Gitarre und Live-Elektronik, Flöte, Klarinette, Violine, Cello, Perkussion und Video
Alle Videoaufnahmen stammen von mir.

Hier zwei trailer: https://www.youtube.com/watch?v=6ND0Q8QpVTs&feature=share
https://www.youtube.com/watch?v=N-9fYthw2so

Bilder vom Dreh mit der wunderbaren Sesede Terziyan
Sesede Terziyan und ich drehen eine Szene in einer zerstörten armenischen Kirche
Dreh in der anatolischen Steppe